Aktuelles im Verein 2007

Sonderaustellung im großen Burgkeller
" ALS HANDWERK MEIST NOCH HANDARBEIT WAR "
ab 04.Oktober 2007, 18.00 Uhr

Die Fördergemeinschaft Burg Burgthann eröffnet am Donnerstag, den 04.Oktober 2007
um 18.00 Uhr eine Sonderausstellung.
Zum Thema " ALS HANDWERK MEIST NOCH HANDARBEIT WAR ",
werden Werkzeuge und Bilder zum Beruf des Malers, des Zimmermanns und des Schreiners zu sehen sein.
Wir freuen uns mit einigen typischen Stücken aus unserer reichen Handwerkssammlung
an Burgthanner Handwerker erinnern zu können.
Wir laden herzlich dazu ein!

Öffnungszeiten der Ausstellung:
06./07.Oktober - 13./14. Oktober - 20./21. Oktober - 27./28. Oktober 2007

Samstags: nur Burgkeller 14.00 bis 16.00 Uhr
Sonntags: Burgkeller und Museum 13.30 bis 16.30 Uhr

Vorbericht zur Austellung

Bericht von der Eröffnung

Handwerk




Verfasser: Werner Martin, 90559 Burgthann

Säuberungsaktion im Burgbrunnen in der Burg von Burgthann durch die Forschungsgruppe Höhlen und Karst Franken e.V. am 17. April 2007

"Außen hui - innen pfui", dieses Schlagwort soll nicht noch länger für das Schmuckstück des Burginnenhofes, den vormaligen Ziehbrunnen gelten. Die "Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken e.V." hat damit begonnen, den Abfall, der seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten in der Tiefe liegt, ans Tageslicht zu befördern. Ziel der über mehrere Monate andauernder Säuberungsaktion ist es, bis zu einer wasserführenden Schicht vorzudringen. Bevor jedoch die Forschungsgruppe mit ihrer speziellen technischen Ausrüstung für Höhlenbefahrungen anrücken konnte, bedurfte es der Zustimmung des Hausherrn, der Gemeinde und einer Abstimmung mit der Fördergemeinschaft Burg. Letzterer hatte die frühesten Kontakte über seinen Schatzmeister Gerhard Herzing geknüpft und beobachtete auch die "Erstbefahrung" des Brunnenschachtes. "Die Luft ist gut hier unten!" Der Vorstand der Forschungsgruppe Bernhard Nerreter seilte sich eigenhändig als Erster in den zur Zeit "nur" 14 Meter tiefen Brunnen ab, dessen Durchmesser von 1,70 Meter für Höhlenforscher einen relativ bequemen Zugang darstellt. "Safety first" gilt dennoch, so Grabungsleiter Dieter Preu, der mit dem Beginn des Aushubs erst dann beginnen ließ, nachdem ein stabiler, halbkreisförmiger Schutzschild gegen herabfallende Gegenstände - an "Reepschnüren" in der Tiefe hängend - eingebaut war. An diesem sind auch die benötigten Lampen montiert. Bis zu 80 Kilogramm könnte die neben dem Brunnentrog postierte Motorwinde ziehen, an deren Stahlseil - über eine Umlenkrolle geführt - die mit Stahlbändern verstärkten Baueimer in die Tiefe gelassen werden. Von jetzt an waren laufend die Rufe "Eimer hängt", "auf" oder "ab" zu hören, die signalisierten, wann ein leerer oder mit Schutt beladener Behälter ans Tageslicht kommt. Kräftig zupacken hieß es dann am Brunnentrog, wo Anette Preu, Angela und Dominik Nerreter (zehn Jahre) sowie Heinz Stenzel den Abraum in Empfang nahmen und auf einen vom Bauhof bereitgestellten Lastwagen hievten. Sensationelles wurde am ersten Arbeitstag allerdings nicht gesichtet. Gängiges Glas und Plastik, Kleidungsstücke, Ess- und Trinkgeschirr, Spielzeug, ein Autoradkreuz, und selbst die meisten der gefundenen Münzen gelangten wohl eher erst nach der Euro-Einführung in den Untergrund. Je tiefer die Männer im Brunnenschacht gruben - Nerreter wurde später von Martin Harder abgelöst -, um so feuchter wurde das abgegrabene Erdreich der momentanen Brunnensohle. "Nur noch zehn Meter tief graben, dann stehen wir möglicherweise im Wasser", äußerten sich die motivierten und hochgespannten Höhlenforscher. Über eine in der Vorburg angelegte Höhenmarke und die Lasermessung wissen die Höhlenforscher auf den Millimeter genau ihre Position im Schacht. Vermutlich hatte der Brunnen ursprünglich eine Tiefe von 21 Metern und Kontakt zu einer wasserstauenden ersten Schicht, möglicherweise auch zu Quellen. Sowohl durch den stark zerklüfteten Sandstein im Schacht als auch durch das eingeleitete Oberflächenwasser des Burghofes dringe schon jetzt reichlich Feuchtigkeit in die Brunnensohle ein. Stöße man überraschend auf Wasser, plant Grabungsleiter Preu, würde man nur einseitig weitergraben und das sich sammelnde Wasser abpumpen, währenddessen die andere Seite austrocknet. So gingen die Grabungen wechselweise weiter nach unten. Träfen die Höhlenforscher jedoch auf brisante und gefährliche Gegenstände, würde man das Schürfen sofort einstellen und die Situation mit Fachleuten besprechen, so Preu weiter. Auch wenn Funde von historischer Bedeutung angetroffen würden, werde sofort die untere Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt Nürnberger Land eingeschaltet, die von dem Vorhaben bereits im vergangenen Jahr in Kenntnis gesetzt worden ist. "Wir sind keine Vorgeschichtler", meint Preu, sie seien Höhlenforscher und damit gewohnt unter Tage zu arbeiten - auch unter erschwerten Bedingungen. "Mit Wasser kennen wir uns aus", fügte er hinzu. Wo solche Tätigkeiten gefordert würden, böte der Verein der öffentlichen Hand oder auch Privatleuten ihre Dienste an. "Höhlenforscher mit ihren Fähigkeiten können da sehr hilfreich sein", resümierte der Grabungsleiter. Höhlenforschung habe einen seriösen Hintergrund. Diese könne dort - ähnlich dem THW, nur in anderer Form - Hilfestellung geben, wo Gefahren unter Tage lauern. "Wir wissen uns dagegen zu wappnen". Preu betonte, dass für die Gemeinde durchaus Interessantes ans Tageslicht kommen könne. Es sei jedoch seine Pflicht, betonte er, dass der gesamte Vorgang mit Fotos, Zeichnungen und Beschreibungen zu dokumentieren sei. Und diesen Bericht übergeben wir am Ende der Arbeiten der Gemeinde. Damit alle ihre Arbeiten, auch diese Säuberungsaktion, sicher verlaufen, gäbe es in seinem Verein häufige Schulungen zur speziellen Einsteige- und Abseiltechnik sowie den Umgang mit den Transportmitteln. Seine Kameraden wüssten darum, wie schnell ein Fehler tödlich enden könne, versicherte der Grabungsleiter. Preu zeigte sich bescheiden: "Wir machen diesen Job, auch wenn er nichts mit Höhlen zu tun hat".

Am Brunnen vor dem Tore




Verfasser: Werner Martin, 90559 Burgthann

Veranstaltung: "Tag des lebendigen Museums" in der Burganlage am 29. April 2007, ab 11 Uhr

BURGTHANN - Er wurde zum Publikumsmagnet und bewies erneut seine Anziehungskraft: Der "Tag des lebendigen Museums" in der Burganlage. Wo sonst kontemplative Ruhe überwiegt, herrschte nunmehr aktive Betriebsamkeit durch Handwerker, Künstler und Besucher, angefangen in den Kellern, über den Burghof, den Rittersaal, die Räume des Heimat- und Kanalmuseums, bis hinauf auf den Turm. Schon beim Betreten der Grabenbrücke waren Geräusche wahrzunehmen, die vorzugsweise längst zurückgedrängten Handwerksberufen zuzuordnen wären. So der schrille Ton einer Säge, auf der nur Kämme aus feinstem Holz entstanden. Daneben das gedämpfte Schlagen des Kammes an einem in die Jahre gekommen Webstuhl, auf dem noch immer brauchbare Läufer entstehen. Und aus der "Rüstkammer für Knappen" tönte das Blech unter den Hammerschlägen, wenn wieder eines der begehrten Schwerter, Schilde, Hellebarden oder Streitäxte seiner Vollendung entgegen sah. Fachspezifische Gespräche dominierten die übrigen Stände, so beim Druckgrafiker aus Schmiedefeld, der von gestochenen Kupferplatten mit seiner Druckerpresse historisch wirkende Veduten abzog. Oder bei der Papiermacherin, die aus Altpapier mittels Brühe und Sieb farbige Bütten herstellte. Woanders schnurrte leise ein Spinnrad, dessen Fäden zu Tüchern, Schals verarbeitet wurden, oder nur einfach dem Stricken dienten. Die Aufmerksamkeit der von Stand zu Stand bummelnden Besucher zogen auch mehrere "Neulinge" auf sich. So "Zwirn und Zwille", drei Damen aus Eichstätt, die sich auf die Anfertigung von exklusiven Handtaschen und andere Accessoires spezialisiert haben, wie Körbe, Dosen, Kissen und Bucheinbände. Alles aus hochwertigem Naturfaserfilz und Merino-Schafwolle. Markenzeichen ihrer auf vielen Märkten gezeigten Kreationen ist der aufgenähte Ammonit. Weitere Applikationen, welche die Unikate schmücken, sind Streifen, Herzen oder gar Motive mit Bezug zu ihrem Wohnort. Gleich gegenüber führte eine Töpfermeisterin die "Schlickertechnik" vor, mit der sie ihre bunte Hafnerware kunstvoll verzierte. Es wimmelte dort regelrecht von Schlangen, Schildkröten, Fröschen, Drachen und "Stubentigern", genauso zahlreich präsentierten sich auch unsere gefiederten Freunde. Eine voll bestückte Wäscheleine, wenige Schritte weiter, deutete an: Hier werden Stoffe "positiv" bedruckt. Die Gestalterin jener Bildnisse auf Tüchern oder T-Shirts erklärte den Druckvorgang, der mittels eingefärbter Pflanzen oder Modeln erfolgt. Kinder durften das gleiche mit Förmchen tun. Nicht zu überhören war im großen Keller der Drechsler, der auf seiner Drehbank universell einsetzbare filigrane Werkstücke aus Holz erstellte. Zärtliches Hämmern, das Schaben eines Glasschneiders und sachtes Brechen von Glas, damit machte der Tiffany-Lampen-Künstler auf sich und seine bunt schimmernden Spiegel und Mobiles aufmerksam. Die Mauerstümpfe des Kellers bevölkerten ganze Scharen von Kleintieren und Puppen aus den geschickten Händen zweier Keramikerinnen. Abermals ein Herz für Kinder: die Macherin von "Springerle", jenem traditionellen Ziergebäckstück aus Eierzuckerteig. Früher dienten diese als Bildwerke mit teils religiösem Inhalt oder schlicht als "Geschenk mit den besten Wünschen". Zur Weihnachtszeit hingen sie als Christbaumschmuck oder wurden vom Bäcker schlicht nur zum Verzehr gebacken. Und solche durften nun von Kinderhand - wie in alten Zeiten - mit Lebensmitteln farbig gestaltet werden. Im Haupthaus präsentierten sich wie gewohnt eine Schmuck- und eine Patchwork-Künstlerin. Im Stockwerk darüber durften die Besucher einem Filigran-Künstler zuschauen, wie ein Bild entsteht oder dem Korbflechter auf seine geschickten Hände schauen. Noch höher präsentierten Frauen das Sticken, Stricken, Häkeln, Klöppeln, Spinnen, Weben - gerade so, wie es einst in Großmutters Stube zuging. In den Handwerkerstuben über der Kapelle lauschten die Erwachsenen den fachkundigen Erklärungen über das Anfertigen von Kleidung und Schuhen, im Keller darunter die Kinder der Märchenerzählerin. Mehr Spaß hatten sie sicherlich im Rittersaal beim Testen der uralten Haushaltsgeräte aus Omas Küche. Da wundert es nicht, wenn gerade die Kleinsten ihre Eltern Jahr für Jahr bitten, am "Tag des lebendigen Museums" zur Burg zu gehen. Der "Fördergemeinschaft Burg" gebührt Anerkennung für die unermesslichen Mühen, die mit einem solchen Ereignis verbunden sind. Dass die Besucher sich dann auch noch mit Speis und Trank stärken konnten, verdient ein besonderes Lob. Diese "dienstbaren Geister" gehörten zu allen Zeiten zum Burgleben, schlagen aber erst jetzt mit ihrem ehrenamtlichen Engagement so richtig zu Buche. Bleibt zu hoffen, dass diese Begeisterung für das Wahrzeichen bei beiden nie nachlässt.

Weberin
Salzteig
Großmutters Werkzeug